
14.12.2011 | Schwerin. Mit Spannung hat die Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern die Regierungserklärung der neuen Landesregierung erwartet. Der Gedanke, dass sich die Lebensverhältnisse der Menschen nicht weiter auseinanderentwickeln dürfen und die Schere zwischen Arm und Reich nicht immer größer werden darf, findet große Zustimmung.
Der Landesverband der Diakonie unterstützt deshalb das Vorhaben der Landesregierung, die Betreuung der Kinder in den Kindertagesstätten weiter zu entwickeln, heißt es aus dem Diakonischen Werk in Schwerin. Zudem wird angeregt, dass auch soziale Berufe im Bündnis für Arbeit berücksichtigt werden. Immerhin arbeiten allein in der Diakonie 11.000 Mitarbeitende. Die Wohlfahrtspflege ist damit auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Land.
"Leider gab es vom Ministerpräsidenten keine Aussagen dazu, zu Lasten welcher Politikbereiche die Umschichtungen im Landeshaushalt zur Finanzierung der Vorhaben im frühkindlichen Bereich gehen sollen", merkt Diakoniepastor Martin Scriba an. Die Diakonie unterstützt das Anliegen der CDU als Koalitionspartner, dass diese Umschichtungen nicht zu Lasten der Familienberatung gehen dürfen. "Die Rahmenbedingungen der Beratungsstellen müssen insgesamt so gestaltet sein, dass eine fachgerechte Beratung auch stattfinden kann," sagte Diakoniepastor Martin Scriba im Anschluss an die Parlamentsdebatte.
Mit großer Sorge beobachtet die Diakonie die Stagnation bei den Verhandlungen für die häusliche Krankenpflege im Land. Die AOK Nordost sowie die Betriebs- und Innungskrankenkassen versuchen seit Monaten, die Vergütungen für qualifizierte Leistungen von Fachkräften trotz steigendender Lohn- und Sachaufwendungen, abzusenken. Sollte sich diese Position durchsetzen, ist die häusliche Krankenpflege in großer Gefahr. Diakoniepastor Martin Scriba erwartet hier von der Landesregierung in der neuen Legislatur, dass sie gemeinsam mit der Regierung des Landes Brandenburg die Fachaufsicht wahrnimmt. "Die Vergütungen für die ambulante Pflege sind so zu gestalten, dass die Arbeitsbedingungen für das Personal verbessert werden," fordert Martin Scriba. "Diese Position entspricht dem Anliegen der Regierungserklärung." ms / ch